Tschüss. Das war’s. Wir verabschieden das Jahr 2018.

Tschüss. Das war’s. Wir verabschieden das Jahr 2018.

Schwuppdiwupp bricht der letzte Monat in diesem Kalenderjahr an. Wie doch die Zeit vergeht. Unbewusst könnten Momente, Tage, Wochen und Monate einfach so an uns vorbeifliegen. Arbeit. Kinder. Freunde. Familie. Hobbies. Haushalt. Und nun kommt auch noch Weihnachten. Zeit der Liebe. Besinnlichkeit. Aber auch Zeit der Weihnachtsfeiern. Shoppingmarathons. Zeit der noch-mal-schnell-im-alten-Jahr-Momente. Gerade jetzt sollten wir uns Zeit nehmen um zur Ruhe zu kommen, in Stille gehen und zu reflektieren.

Warum genau jetzt? Zum einen weil ein Jahresrückblick im Mai vielleicht gar nicht so viel Sinn macht und zum anderen weil wir die Gegebenheiten der Natur wunderbar nutzen können: Die Tage sind kurz, die Nächte dafür lang. Es ist nass, kalt und furchtbar dunkel draußen. Die Bäume werfen ihre Blätter ab und die Tierwelt verabschiedet sich in den Winterschlaf. Nur wir Menschen rennen von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier und auf dem Weg dorthin erledigen wir schnell noch die Einkäufe und wuppen kurz noch das Groß-Projekt auf Arbeit. Und hier liegt der Fehler. Auch wir sollten eine Art Winterschlaf machen. Damit meine ich nicht sich wirklich für mehrere Wochen im Bett zu verkrümeln. Auch wenn die Vorstellung sehr verlockend ist. Wir sollten alle die Zeit für mehr Ruhe nutzen und das vergangen Jahr reflektieren um frisch ins neue Jahr zu starten. War 2018 ein glückliches Jahr? War es ein gutes, erfüllendes Jahr? Was hat mich wachsen lassen? Was möchte ich ändern.

Ganz unabhängig vom Kalenderblatt lädt uns der Mond gerade zum Zurückschauen ein. Wenn du an die Kraft des Mondes glaubst und die positive Energie nutzen willst, reflektiere dein Jahr 2018 bis zum Neumond am 07.12.2018. Schau danach auf das Jahr 2019. Mache einen Vorausblick bis zum Vollmond am 22.12.2018. Nutze dann die Zeit bis zum nächsten Neumond am 06.01.2019 um noch einmal zu reflektieren um dann ab dem 07.01.2019 mit Vollgas an deinen Visionen für 2019 zu arbeiten. Klingt gut? Dann geht es jetzt hier los:

 

Dein Jahresrückblick – war es ein glückliches Jahr 2018?

Stell dir einen Timer auf 3 Minuten (oder länger). Schließe deine Augen und atme noch einmal tief ein und aus? Wandere in deiner Vorstellung nun genau ein Jahr zurück. Erinnere dich an dein Jahresende 2017. Wie ging es dir hier? Wer warst du? Und dann starte deine Reise durch das Jahr 2018 in Gedanken. Erinnere dich an Silvester, an die ersten Tage im Jahr, die ersten Arbeitstage, … und wandere immer weiter durch die ersten Wochen, den ersten Monat und lasse vor deinem inneren Auge dein Jahr Revue passieren. Erinnere dich an all’ deine Erlebnisse, Ereignisse und Momente, die dein Jahre 2018 ausgemacht haben. Durchwandere all die positiven wie auch die negativen Momente und mach dir immer wieder bewusste, dass du diese schon erlebt hast. Wandere immer weiter bis die Kleidung wieder dicker wurde, die Tage wieder kürzer und bis du wieder am heutigen Tag angekommen bist. Hier nimm noch einmal einen großen Atemzug und schenke dir und deinem vergangenen Jahr gerne ein großes Lächeln. Und wenn du soweit bist, öffne gerne deine Augen.

 

Nimm dir nun einen Moment und beantworte die folgenden 25 Fragen:

  • Welchen Moment im vergangen Jahr würde ich am liebsten noch einmal erleben?
  • Auf welche Errungenschaft bin ich besonders stolz?
  • Was war mein größter Fehler? Und was habe ich daraus gelernt?
  • Was war die peinlichste Situation?
  • Was war meine größte Lehre?
  • Was war mein schönster Tag?
  • Was würde ich mit meinem jetzigen Wissen anders machen?
  • Wann habe ich aus vollem Herzen gelacht und wer oder was war der Grund dafür?
  • Wann hatte ich den größten Muskelkater?
  • Wer oder was hat mich dieses Jahr besonders inspiriert?
  • Was war meine aufregendste Erfahrung?
  • Was war das schönste Kompliment, das mir gemacht wurde?
  • Welches Buch / welcher Film / welche Serie hat mich am meisten inspiriert?
  • Was war meine beste Entscheidung?
  • Was war die größte Überraschung für mich?
  • Was habe ich dieses Jahr zum allerersten Mal gemacht?
  • Was war die größte Veränderung?
  • Welche Ängste hatte ich, die ich losgelassen habe?
  • Was hat mich besonders berührt (positiv wie negativ)?
  • Welcher Abschied fiel mir besonders schwer?
  • Was war die größte Enttäuschung 2018 für mich? Und was hat es in meinem Leben verändert?
  • Für was bin ich besonders dankbar?
  • Wen habe ich 2018 kennengelernt, der mich inspiriert hat?
  • Ohne wen wäre deine 2018 nicht das gewesen was es war?
  • Wem würde ich gerne danken?

Und nun geht es mit Vollgas ins neue Jahr, oder? Wie du dein neues Jahr achtsam planen kannst liest du in den nächsten Tagen schon hier.

Bis dahin: Eine glückliche Zeit!

Dein Glückskind 🙂

Warum wir Pränatal Yoga (Yoga für Schwangere) brauchen

Pränatal Yoga | Yoga in der Schwangerschaft

„Ich bin doch nicht krank, nur schwanger!“ – Warum du trotzdem ein spezielles Yogaprogramm machen solltest

 

Ich gebe zu: ich bin selbst noch keine Mami und war lange Zeit Verfechterin der Theorie „Du bist schwanger, nicht krank!“. Vor vielen Jahren dachte ich, dass man den Sport, den man vor der Schwangerschaft gemacht hat auch unbedingt so weitermachen sollte so lange sich das gut anfühlt und dass man gezielt alle Muskeln außer dem Bauch trainieren sollte um den typischen Schwangerschaftserscheinungen entgegen zu wirken. Wie dumm ich damals war! Heute sehe ich das nämlich ganz anders.

Ich möchte Frauen während ihrer Schwangerschaft unterstützend und aufklärend zur Seite stehen und darauf aufmerksam machen, dass sich nicht nur deine Essgewohnheiten und Klamotten anpassen müssen, und dass sich ein spezielles Schwangerenyogaprogramm positiv auf die Schwangerschaft und die Geburt auswirkt.

Im Folgenden möchte ich einmal erläutern, warum Yoga für Schwangere so gut sein kann.

Alles verändert sich – nicht nur deine Klamottenauswahl

Schon lange bevor der Babybauch sichtbar wird, startet eine riesige Veränderung. Um genau zu sein beginnt die Veränderung bereits mit dem Zeitpunkt der Zeugung. Wer sich dieses Schauspiel schon einmal animiert angeschaut hat, ist sich bewusst, was für eine großes Wunder der Natur hier stattfindet. Dieses Wunder kann nur passieren, indem sich der weibliche Körper anpasst. An der Stelle sei gesagt: Männer, ihr habt euren Job getan und seit für die nächsten Monate erst einmal vor allem dafür zuständig eure Partnerin zu unterstützen. Während also die Herren der Schöpfung für ausreichend Eis, Nutella und saure Gurken sorgen, wird der weibliche Körper ordentlich mit Hormonen bombardiert. Das ist alles wichtig, denn die befruchtete Eizelle soll bleiben wo sie ist, alles soll so wachsen und gedeihen, wie es eben muss und Baby wie Mutter sollen auf die Geburt und das vorbereitet werden, was nach der Geburt passiert. Der Körper der werdenden Mama ändert sich in dieser Zeit ununterbrochen, ob man es sieht oder nicht. Und das tatsächlich vom allerersten Moment an. Diesen Veränderungsprozess sollte man bereits ganz achtsam wahrnehmen und genießen. Yoga unterstützt dich dabei in dich zu spüren und ganz liebevoll zu beobachten und deinem Körper zuzuhören. Im Yoga wissen wir, dass der Körper immer mit dir kommuniziert. In der Schwangerschaft schreit er dich regelrecht an. Hör ihm zu. Er weiß sehr gut was gut für ihn ist und das hilft dir später nicht nur während der Geburt. Vielleicht lernst du durch deine Schwangerschaft und durch Pränatal Yoga deinen Körper völlig neu kennen und lieben …

Einigen fällt es schwer die Veränderungen zu genießen, da sie oft einhergehen mit Übelkeit und Schwindel. Hier wird noch schneller klar: Ein Trainieren wie zuvor ist einfach nicht möglich und macht definitiv keinen Spaß mehr. Yoga für Schwangere geht hier ganz bewusst auf die Bedürfnisse der werdenden Mamas ein. Die Yoga-Praxis wird sanfter, aber nicht weniger anstrengend.

Sobald der Bauch sichtbar ist sind sehr viele Bewegungen so oder so nicht mehr möglich. Zum einen soll es der werdenden Mama gut gehen, zum anderen soll das Baby nicht gestresst werden. Das heißt: keine Enge mehr schaffen, die Herzfrequenz nicht unnötig in die Höhe treiben, gezielte Öffnung und Dehnung üben, und für ausreichend Entspannung sorgen.

Und was ist mit dem Knack-Po? Oft glauben Frauen, dass sie doch sehr wohl noch Beine, Po, Arme und Rücken trainieren können. In gewissem Maße stimmt das auch – aber auch hier gilt es sehr stark anzupassen. Eine klassische Kniebeuge oder auch ein Liegestütz sind ohne Bauchmuskeln äußerst strapazierend für den Rücken. Hier gilt es bewusst auf den Körper zu hören und wirklich nur so viel zu machen, wie dem Körper wirklich guttut. Letztlich sorgt der Hormoncocktail dafür, dass alles weicher wird, damit die Geburt stattfinden kann. Ein unnötiges Gegenwirken an Beine und Po macht da einfach auch wenig Sinn. Am Knack-Po arbeitest du dann wieder, wenn du wippend durch die Gegend läufst um dein Baby zu beruhigen – im Zweifelsfall nahezu rund um die Uhr. Genieß also die Ruhe vor dem Sturm.

Trotzdem gilt: Bewegung ist wichtig. Auf der Couch liegen und Eis schlemmen ist manchmal sicher ganz schön, aber Bewegung ist wichtig. Die Durchblutung sollte gut gegeben sein, damit Mutter und Kind optimal versorgt sind und letztendlich solltest du deinen Körper schon etwas auf die Geburt vorbereiten. Schließlich würdest du auch keinen Marathon aus der Kalten laufen.

Letztendlich ist eine Schwangerschaft sehr individuell und jede Frau empfindet sie anders. Yoga unterstützt dich, die damit verbundenen Veränderungen wahrzunehmen und anzunehmen.

 

Mein Schwangerschaftstest war positiv – muss ich jetzt zum Schwangerenyoga?

Es ist nie zu früh mit Pränatal Yoga in deiner Schwangerschaft zu beginnen. Viele Frauen haben Bedenken vor der 12ten Woche in den Kurs zu kommen. Klar, wenn ihr es bis dahin niemandem sagen wollt, wird es schwer. Aber ich kann es nur noch einmal wiederholen: Die Veränderung beginnt ab dem aller ersten Moment der Schwangerschaft. Wer mit den Begleiterscheinungen der Schwangerschaft zu kämpfen hat, wird Yoga für Schwangere schnell zu schätzen wissen.

Zu spät für Schwangerenyoga ist es eigentlich auch fast nie. Kurz vor Termin solltest du dich und deinen Körper aber einfach nicht mehr stressen und Neues ausprobieren. Wer noch nie vorher Yoga gemacht hat, kann natürlich auch zu jedem Zeitpunkt einsteigen. Hier gilt jedoch: Je früher, desto besser.

 

Tue dir und deinem Baby einfach was Gutes und komm zum Yoga für Schwangere. Denn während dieser Stunde geht es nur um dich und dein Baby J

SUP Yoga, Surf Yoga, Yoga auf dem Surfbrett – Warum wir Yoga auf dem Wasser lieben

SUP Yoga, Surf Yoga, Yoga auf dem Surfbrett – Warum wir Yoga auf dem Wasser lieben

Nach Yoga erdend auf der Matte, kommt Yoga fliegend im Tuch und nun noch Yoga schwimmend auf dem Wasser? Brauchen wir den nächsten Yogatrend? SUP Yoga wird seit einigen Jahren als Trendsportart gehypt. Doch will Yoga weder ein Hype, noch ein Trend sein. Was steckt also hinter SUP Yoga und warum lohnt es sich diese Art des Yogas kennenzulernen?

 

Was genau ist also SUP Yoga? SUP Yoga ist, wie der Name sagt, Yoga auf den sogenannten Stand Up Paddeling Boards (Kurz: SUP). Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wir nutzen extra große und stabile Surfbretter als Yogamatte und verlegen damit das Yogastudio kurzerhand nach draußen direkt auf den See. Kennengelernt habe ich SUP Yoga tatsächlich als Notlösung vor vielen Jahren, lange bevor der SUP Trend aufkam und noch länger bevor der Begriff SUP Yoga überhaupt aufkam. Es war die Zeit ohne Smartphones und dauerhafter Internet-Informationsüberflutung. Ich lebte am Meer und genoss die Zeit, in der ich nicht Yoga unterrichtete, am liebsten am oder auf dem Wasser. Doch was tun, wenn es windstill ist und Yoga am Strand auf Dauer zu öde ist? Ganz genau: wir zweckentfremdeten die Surfbretter um Yoga ganz anders zu erleben. Zugegebenermaßen: Es war sehr viel wackeliger auf den recht schmalen Surfbrettern und nicht allen bekam das ganze bei dem Geschaukel so gut. Damals war es für uns einfach nur ein Spaß. Erst später erfuhren wir, was für einen Trend wir damals schon „entdeckt“ hatten. Vor ziemlich genau einem Jahr verbrachte ich meine Yoga-freie-Zeit mal wieder auf dem Wasser und wurde von den Wassersportlern von ALL-on-SEA angesprochen, ob ich diese SUP Yoga auch kenne und unterrichten könnte. Klar, für mich gibt es zwei Dinge, ohne die das Leben irgendwie keinen Sinn macht: Yoga und Wasser. Warum nicht beides verbinden. Warum das so sinnvoll ist lest ihr hier in meinen 10 Vorteilen für SUP Yoga.

 

  1. Ab nach draußen – Natur pur

Yoga im Freien eröffnet so viele tolle Details. Im Yoga geht es doch genau darum: Sich verbinden mit der Erde, dem Universum, der Natur und das tut man einfach am besten draußen. Bei schönem Wetter kannst du ganz nebenbei die wunderschöne Umgebung bestaunen: das Glitzern der Sonne auf dem Wasser, den sanften Windhauch auf der Haut, ganz viel frische Luft in Haaren und Lungen, süßes Vogelgezwitscher in den Ohren, das beruhigende Plätschern des Wassers ans Board, ein leises Wellenrauschen und ein kühles Nass, wenn es doch zu heiß wird … Du wirst den See danach mit ganz anderen Sinnen wahrnehmen.

 

2. Alles ist oder kommt in Balance

Egal ob Yoga-Profi oder Yoga-Neuling: Alle Asanas (Körperübungen), die sich an Land ganz sicher anfühlen und ganz einfach aussehen, werden zu einer kleinen Herausforderung auf der schwimmenden Yogamatte. Es gilt nicht nur die eigenen Schwankungen auszugleichen, auch die natürliche Bewegung des Gewässers und die Wackler deiner Brettnachbarn, wirken auf dich und fordern deine innere Balance ordentlich heraus.

 

3. Ganzkörpertraining at its Best

Ob man Yoga als Körpertraining nutzen will, oder nicht, beim SUP Yoga wird dein ganzer Körper gefordert und trainiert. Auch wenn es dir um den anderen Aspekt des Yoga geht: Hier lässt sich das Workout „leider“ nicht vermeiden. Durch das ständige Ausbalancieren auf dem SUP wird vor Allem die tieferliegende Muskulatur (also die gelenksnahe Muskulatur) und die so genannte Core-Muskulatur trainiert. Eine starke Körpermitte und starke Gelenke könnten hier also die Folge sein.

 

4. Alltag aus – Fokus an

Sich auf das schwimmende SUP, seine Umgebung, die Yoga-Asanas, seinen Körper und seine Atmung zu konzentrieren sind unabdingbar und fallen beim SUP Yoga auch gar nicht schwer. Dir wird schnell klar werden: der Stress und das Alltags-Chaos rücken für den Moment in Vergessenheit. Sonst landest du ganz schnell im kühlen Nass …

 

5. Nimm eine neue Perspektive ein und genieße die Veränderung

Ein schwimmendes Yogastudio eröffnet dir völlig andere Blickwinkel auf dich und deine Umgebung. Alles verändert sich: mal schaust du in den Himmel, mal auf den See, mal ans Ufer und stellst fest, dass im nächsten Moment schon wieder alles ganz anders aussieht. Nichts bleibt. Alles verändert sich und das schwimmende Studio zeigt dir so vielleicht auf, dass sich immer wieder neue Möglichkeiten im Yoga, aber auch im Leben ergeben. Du musst sie nur ergreifen.

 

6. Keep it simpel – back to basic

Gerade in unserer Zeit in der es immer höher, schneller, weiter, bunter, lauter wird, ist es doch ganz gut zu wissen, dass man manchmal gar nicht so viel machen muss. Bei SUP Yoga gibt es allerhand Herausforderungen, sodass wir die Herausforderung gar nicht in den einzelnen Asanas suchen müssen, sondern in uns. Schnell wird deutlich: Ausrichtung, Fühlen und Zentrieren sind so viel wichtiger als wilde Verrenkungen und fortgeschrittene Übungen. Die landen dann doch oft im Wasser.

 

7. Warum so ängstlich? – Grenzen austesten und loslassen

Das Schlimmste, was während der SUP Yoga Stunde passieren kannst, ist, dass du ins Wasser fällst. Und ganz ehrlich gesagt: Ist es bei einer Wassertemperatur von über 20 Grad Celsius und einer Umgebungstemperatur von weit mehr als 20 Grad Celsius manchmal sogar eine willkommene Abkühlung und sorgt bei den anderen Teilnehmern für ein Lächeln. Also warum so ängstlich?

 

8. SUP Yoga kann jeder

Beim SUP Yoga trifft der Yoga-Profi auf den Yoga-Neuling, der Wassersportexperte auf den Wassermuffel und der Aktivsportler auf den Extrem-Relaxer … Jeder kann SUP Yoga machen. Vorausgesetzt du kannst schwimmen und hast kein Problem nass zu werden.

 

9. Warum so ernst? – Spaß und Freude stehen hier im Vordergrund

Sie das SUP Board einfach als eine Art Spielzeug und lass dich auf den Spielspaß ein. Als erfahrener Yogi / erfahrene Yogini wirst du spielerisch Neues über dich und deinen Körper lernen. Für Yoga-Neulinge ist es ein toller Einstieg. Gerade wenn du vor dieser Yogawelt etwas Respekt hast. Auch hier gilt: Lerne Yoga spielerisch kennen. Für Klangschalen und Räucherstäbchen ist auf dem Board kein Platz, sodass dir diese Yogaerfahrung (noch) erspart bleibt 😉

 

10. Das Schönste kommt wie immer am Schluss

Nachdem wir uns am Strand mit Paddeltechnik vertraut gemacht haben, unseren Yoga-Spott erpaddelt haben und die körperlich und mental Herausforderung gemeistert haben, wirst du die einzigartige Entspannung am Ende dankend annehmen. Savasana auf dem SUP lädt ein nun alles komplett loszulassen und sich dem sanften Schaukeln des Bretts inmitten der Natur völlig hinzugeben.

 

Na, hast du jetzt Lust bekommen, SUP Yoga auszuprobieren? Dann ab mit dir zum nächsten See und schnapp dir ein Brett auf eigene Faust oder schau einfach bei mir am Markkleeberger See vorbei. Ich freue mich auf alle SUP Yogis, Wasserratten, Surfer Yogis und alle die, die das noch werden wollen. Wir nutzen die verschlafene Sonntagmorgenstunden genau so gerne wie die ruhige Freitagabend- (und Sonnenuntergangs-) Stimmung für unsere SUP Yoga Kurse.

 

Ab an den See & Namasté 🙂

MDR Kultur war zu Besuch bei Glückskind und was dabei rausgekommen ist lest ihr hier bzw. auf der Seite des MDR (da gibt es auch den Radiobeitrag zum Anhören). Quelle: https://www.mdr.de/kultur/flying-yoga-100.html

Neuer Trend

Flying Yoga – sich einfach mal hängen lassen

„Flying Yoga“ – zu Deutsch „fliegendes Yoga“, wird auch „Yoga im Tuch“ genannt. Diese relativ neue Form des Yoga soll nicht nur besonders gut für die Wirbelsäule sein, sondern auch Sportmuffel vom Sofa holen. Wie genau das funktioniert, zeigt ein kleines Yoga-Studio in Leipzig.

von Juliane Neubauer, MDR KULTUR

Eine Frau praktiziert Flying Yoga
Beim „Flying Yoga“ hängt man schonmal kopfüber von der Decke.Bildrechte: IMAGO

Im Leipziger Yogastudio Glückskind stehen knapp zehn Kursbesucher neben zehn violetten Tüchern, die wie große Schlaufen von der Decke hängen. Kursleiterin Nelly Flieger, 32 Jahre alt, stellt die Höhe der Tücher jeweils passend für die Körpergröße der Personen ein. Dann geht es los.

„Nichts Schöneres für die Wirbelsäule“

Nach dem sich alle in Ruhe eingependelt haben, hängen sie nun wie Klappmesser, mit dem Tuch in die Hüfte geklemmt, von der Decke. Flieger erklärt die nächste Übung: „Wir machen uns ganz klein wie eine Kugel. Jetzt kannst du die Wirbelsäule komplett aushängen. Das Tuch trägt dich und für die Wirbelsäule gibt es nichts Schöneres, als dass du endlich mal loslässt.“

Einige der hängenden Kursteilnehmer atmen geräuschvoll und befreiend aus. Das Besondere beim „Flying Yoga“: Alle Yogaübungen auf der Matte können auch hängend im Tuch durchgeführt werden – der „herabschauende Hund“, die „Katze“ oder die „Kobra“.

Von der Ingenieurin zur Yoga-Lehrerin

Seit zwei Jahren bietet Nelly Flieger in Leipzig das „Flying Yoga“ an. Mit dem Yogastudio in ihrer Heimatstadt Leipzig erfüllte sich die junge Frau einen Traum. Auf das „Flying Yoga“ ist sie in Hamburg gestoßen, wo sie bis vor zwei Jahren noch als Ingenieurin arbeitete.

„Damals habe ich das noch als ein sehr statisches Training kennengelernt. Um mal zu sehen, wie fühlt sich ein Handstand oder ein Kopfstand an, wenn man das muskulär noch nicht selber halten kann?“, erzählt Flieger. Zu Beginn habe sie das noch „öde“ gefunden, doch dann habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert. „Mittlerweile gibt es ganz viele verschiedene Konzepte im Tuch und das fließt mehr.“

Yoga
Yoga – eine aus Indien stammende Philosophie und Praxis – ist längst in der westlichen Welt angekommen.Bildrechte: colourbox

Schmetterlinge im Bauch

Die weichen Bewegungen und die Ruhe in den Übungen sind wichtig, um auch im Körper einiges wieder in den Fluss zu bringen, sagt die Yoga-Begeisterte. Dazu käme, dass man beim „Flying Yoga“ oft kopfüber sei: „Das auf dem Kopf, das bewegt natürlich viel. Alle Organe werden einmal durchgeschüttelt. Das hat auch eine super Wirkung für Menschen, die Verdauungsprobleme haben. Alles wird wieder auf null gebracht.“

Für Menschen mit Bluthochdruck oder Kreislaufproblemen und für Schwangere sei Yoga im Tuch jedoch nicht zu empfehlen. Ansonsten könne hier jeder mitmachen: „Eigentlich ist das Tuch gerade auch für Übergewichtige, für Menschen mit Gelenkproblemen ideal, weil es einmal das ganze Gewicht abnimmt.“

Viele trauen sich erst in der zweiten oder dritten Stunde, sich im Tuch kopfüber hängen zu lassen und frei zu schwingen. Besondere akrobatische Fähigkeiten brauche man nicht, nur etwas Mut, sagt Kursbesucherin Sarah. Sie sei eher jemand, der sich als Sportmuffel einschätzt. Wenn etwas sehr anstrengend sei, verliere sie schnell die Lust daran – und das sei beim „Flying Yoga“ durch den Schaukel-Effekt nicht so. „Wenn man da mal loslässt, also wirklich auch im Kopf, dann macht es wirklich glücklich und man bekommt Schmetterlinge im Bauch“, schwärmt sie.

Yoga mit Spaßfaktor

Darüber hinaus verlockt es immer, wieder ins Tuch zu steigen. Sportmuffel Sarah kommt schon seit über einem Jahr regelmäßig wieder. Im Yoga geht man davon aus, dass sich negative Gefühle in der Leistengegend sammeln und festsetzen. Der Druck des Tuches kann diese lösen, so die Vorstellung. Yoga-Lehrerin Flieger erklärt, dass im Hüftenbereich des Körpers viele Emotionen säßen – und, dass da ganz viel Muskelspannung sei: „Das Tuch geht da punktuell rein.“

Erst müsse sich der Körper dran gewöhnen, weil er seit der Kindheit nicht mehr in solche einer schwebenden Position gewesen sei. Der positive Effekt: „Das Gewebe wird immer weicher und gleichzeitig trainiert.“

Dass Yoga Körper und Geist beweglich hält und Stress abbauen kann, haben Studien längst belegt. „Flying Yoga“ bringt noch einen Spaßfaktor dazu und ermutigt dazu, sich auch einfach mal hängen zu lassen. Nach der „Flying Yoga“-Stunde verlassen die Kursbesucher sichtbar erleichtert das Studio. Es scheint fast, als würden sie ein kleines bisschen schweben.

Mir reicht’s, ich geh‘ Schaukeln! Wie ich durch Flying Yoga (Aerial Yoga) mehr Leichtigkeit in meine Leben schaukelte …

„What if I fall?“ – „Oh, Darling, what if you fly?“

Jedes Kind liebt es zu schaukeln. Wer sich selbst nicht mehr an seine Kindertage auf der Schaukel erinnert, kennt sicher Kinder, die die Magie des Schaukelns verdeutlichen. Egal wie groß der Ärger über das fehlende zweite Eis (ein Beispiel) oder über die besetzte Wippe (ein zweites Beispiel) ist, wer schaukelt wird innerhalb weniger Sekunden irgendwie von Glück erfüllt. Die Haare wehen, Beine fliegen hoch in die Lüfte, es kribbelt im Bauch und man fühlt sich ganz kurz als würde man fliegen.

Schaukeln macht Spaß, setzt Glückshormone frei und beruhigt. Wissen wir. Schon bei Babys kann man die positive Wirkung beobachten: Man wippt und schuckelt das Kind in den Schlaft, rüttelt den Kinderwagen über extra holprige Wege und fährt eine extra Runde Auto um dann die Babyschale auf der Waschmaschine abzustellen. Wenn die Kinder größer werden wird selber geschaukelt. Die Wirkung ist ähnlich, auch wenn sie dabei versuchen auf gar keinen Fall einzuschlafen. Dann gibt es für lange Jahre für die meisten Menschen eine Schaukelpause. Wenn das Leben dennoch mal anfängt zu schaukeln, z.B. auf einer Schiffsreise oder in der Achterbahn, bekommt unseren Erwachsenenkörpern das oftmals nicht sehr gut. Wo ist sie hin die positive Wirkung des Schaukelns? Und wie kommt es, dass irgendwann Schaukelstühle ihren Weg in unsere (nicht nur Senioren-) Leben finden und sich das auf einmal wieder super gut anfühlt. Auch Hängematten, Wasserbetten, ein Nickerchen auf einer Luftmatratze im See (oder, oder, oder …) zeigen es deutlich: Schaukeln macht was mit mir, mit meinem Körper und mit meinem Geist. Wir sollten es viel öfter tun.

Im Flying (oder auch Aerial) Yoga wird das Schaukeln (wieder) neu entdeckt. Mithilfe des extralangen und weiten Stofftuchs, was ähnlich einer Schaukel an zwei Enden aufgehängt wird, wird der Fokus in einer Yogastunde verändert, das Bewusstsein erweitert und die Körperausrichtung verbessert. Bereits bekannte Asanas werden völlig neu erlebt und vertieft. Das Tuch wirkt wie eine Art Personal Trainer, der einem direkt ein Feedback gibt, ob die Übung richtig ausgeführt ist, der unterstützt indem er einem manchmal Körpergewicht abnimmt und der manchmal noch ein bisschen mehr aus einem selbst und er Übung herausholt. Auch wenn die Bilder, die man ergoogeln kann, nach sehr viel athletischem Können, extremer Fitness und einem Size-Zero-Muss aussieht, sei vorweg gesagt: Flying bzw. Aerial Yoga ist wirklich für jeden etwas. Gerade für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die auf der Matte Probleme haben, kann diese Form des Yoga das Richtige sein. Warum ist Flying Yoga (oder eben Aerial Yoga) so gut und so anders als andere Yoga Formen? Eines ist ganz klar: Hier wird nicht nur die Magie des Schaukelns ausgenutzt. Ich werde euch hier in nächster Zeit über die Vorteile des Flying Yoga (oder auch Aerial Yoga) aufklären und euch eintauchen lassen, in diese unbeschreibliche Erfahrung des Schaukelns und des auf-den-Kopf-Stellens.

Der erste große Vorteil ist (zum festhalten, mitschreiben oder laut rausschreien): Hier darf man endlich wieder Schaukeln, ein bisschen Kind sein und glücklich sein. Spaß steht bei allem nach innen kehren (was man eben durch Yoga erzielen will), immer auch jede Menge Spaß! Wer bis hierher mit gelesen hat und noch nie mit mir geflogen ist, kommt doch einfach mal auf einen Probeflug vorbei! Ich freue mich auf dich 🙂

 

Rock on & Namasté

Glückskind Nelly

Surf my Soul – Was mich das Surfen über mich und über Yoga lehrte

Feelings are much like waves, we can’t control them, but we can choose which one to surf.

Wasser fasziniert mich schon immer sehr und zieht mich an. Warum das so ist, weiß ich nicht. Es war immer so. Meine Familie stammt ursprünglich von der Küste. Leben tut da nur schon lange keiner mehr. Wir sind Landratten. Und trotzdem ist sie immer da: Die Sehnsucht nach immer meer …

Ich kann stundenlang aufs Wasser starren. Muss es manchmal sogar. Es beruhigt mich. Klärt meine Gedanken. Gibt mir Energie. Und bringt irgendwie alles wieder in den Fluss. Wahrscheinlich weil es in der Natur des Wassers liegt. Es fließt. Wasser kommt und geht. Es gibt nie einen Stillstand. Die Natur ist schon der Hammer. Da Leipzig nicht am Meer liegt, starre ich hier oft auf unsere umliegenden Seen. Das geht schon auch. Wären da nicht immer auch gleich unzählige andere Sonnenhungrige und Frischluftfanatiker mit Kühltaschen und mobilen Musikanlagen. Schon verrückt: Sind wir am See, machen wir laute Musik an, sind wir zu Hause und wollen entspannen, machen wir uns Naturgeräusche an. Aber das ist ein anderes Thema.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Faszination Wasser war schon immer. Ist immer noch da. Und wird wohl immer bleiben. Sport auf dem Wasser fand ich auch immer irgendwie cool. Mich fand ich lange Zeit aber nicht cool genug dafür. Ob ich heute cool genug dafür bin, weiß ich nicht, aber es ist mir egal. Irgendwann spielte mir der aufkommende Trend Wassersport + Yoga ganz gut in die Karten. Auf einmal kamen die Wassersportler auf uns Yogis zu um ihre Segel- und Surfskills durch Yoga zu verbessern. Ganz nebenbei öffnete mir das die Welt aufs Brett und ins Boot. Ich machte erst einen Windsurfschein, später einen Segelschein … Ich liebte es. Für mich gibt es nichts, was mich so aus dem Alltag und ins Hier und Jetzt holt, wie Wassersport. Trotzdem führen der Wassersport und ich eine sehr komplizierte Beziehung. Zu wenig Zeit. Zu viel Angst. Zu viele Bedingungen, die wir beide nicht immer erfüllen können. 2017 beschloss ich, dass wir nun an unserer Beziehung arbeiten. Das klappte auch zum Teil. Seit letztem Jahr unterrichte ich SUP Yoga auf dem Markkleeberger See. Das ist schon mal sehr viel mehr Wassersport als Yoga im Studio auf einer Matte. Eh ich mich versah, war 2017 vorbei und die Beziehung zum Wassersport ging durch die nächste Kriese. Zu wenig Zeit. Aber neues Jahr, neues Glück. 2018, so sagen es sämtliche Horoskope, wird das Jahr der Liebe. Für mich das Jahr der Liebe zum Wassersport. Und so plante ich meine erste Surfreise. Ob ich in einer Woche Wellenreiten lernen konnte, bezweifelte ich direkt, aber darum ging es mir ja auch gar nicht. Ich kann ziemlich viel ziemlich gut. Wellenreiten muss ich nicht perfekt können. Ich lernte in dieser einen Wochen trotzdem unglaublich viel. Übers Surfen, über mich, über mein Yogaweg und über mein Leben. Klar lernte ich zu paddeln und auf dem Brett zu stehen, ich lernte viel über Wellen, über das Meer und über die Natur … und stand am Ende der Woche für den Bruchteil einer Sekunde sicher in Fotopose auf dem Surfbrett im Weißwasser. Die Fotopose hielt nur leider niemand fest. Auch nicht schlimm. Surfweltmeisterin werde ich sicher nicht mehr, aber ich habe Spaß dabei und lernte vor allem so viel mehr als surfen.

Direkt am ersten Tag lief es perfekt für mich. „Nelly, you are really feeling the ocean!“ rief mir mein Surflehrer Justin zu. Na ja, so sah es vielleicht aus, aber ich fühlte noch nicht so wirklich viel. Ich war froh, dass ich meinen Körper aus dem kalten Wasser auf das Brett manövrieren konnte, dank meiner Surf Yoga Vorbereitung und vielleicht auch körperlichen Grundfitness, ohne große Anstrengung durchs Wasser paddeln konnte und mich in diesem ungewohnten Terrain überhaupt behaupten konnte. Justin meinte schnell, dass ich doch trotz viel Welle und sehr viel Wind und meinen ersten Minuten als angehendes Surfer Girl, mal aufstehen sollte. Er hilft mir. Ich will aber eigentlich gar nicht. Aber ok. Dann versuchen wir es eben gemeinsam. Der Wind kam, das Brett wollte gehen und schlug mit voller Wucht in mein Gesicht. Urlaubsziel Knutschen erfüllt. Nur irgendwie anders als gedacht. Brett geknuscht. Es blieben botoxartige Lippen und Angst. Angst, dass es mir noch mal passiert. Dass mir beim nächsten Mal nicht nur die Lippe aufgeschlagen wird, sondern gleich der ganze Schädel. Also verbrachte ich auch viel Zeit neben meinem Brett im Wasser, schwimmend und zuschauend am Strand. Und mir fiel auf, wie sehr ich Angst habe, mich zu verletzen. Aber nicht wegen der eigentlichen Verletzung, sondern wegen der Folgen für meinen Job. Wegen meiner Teilnehmer. Wenn ich mich verletzte, könnte ich ausfallen. Mein Studio müsste zu bleiben. Ich würde meine Teilnehmer enttäuschen. Aber vielleicht würde ich mich ja auch nicht verletzen und einfach Spaß haben? Mir fiel auf, wie sehr mich mein Job, mein Glückskind und mein Pflichtbewusstsein davon abhält, den Moment zu genießen. Und eigentlich ist es das, was man im Yoga doch immer erzielen will. Im Hier und Jetzt sein. Also: Zurück aufs Brett und weiter geht es. Zwar mit sehr viel mehr Respekt und sehr vorsichtig, aber mit sehr viel weniger Angst und reicher um die Erkenntnis, dass ich Yoga auch auf und im Wasser leben muss.

Ich schaute mir die Wellen an, die anderen Surfer und lernte auf mich zu hören. Wenn mir einer der Surflehrer zurief: „Welle kommt!“, hieß das für mich manchmal noch nicht gleich, dass es sich für mich auch richtig anfühlte. Wenn ich es dennoch versuchte, weil ich ja angeblich die Wellen so fühlte und ich glaubte, dass es von mir so verlangt wurde, zeigte mir die Natur direkt die rote Karte durch eine ordentliche Durchspülung. Danach war ich dann wieder klar. Ok. Wenn du dich nicht bereit fühlst, warte auf die nächste Welle. Und nur weil dich die letzte Welle durchgespült hat, heißt es nicht, dass es die nächste wieder tun wird. „Du musst den Kopf mehr ausschalten und loslassen. Du hast top Voraussetzungen und stehst dir selbst im Weg“ sagte mir Surflehrer Nummer 2 mit Namen Johnny (alle Klischees werden hier eben erfüllt). Er hat so recht. Ohne zu wissen wer ich bin, was ich bin und wie ich bin. Wahrscheinlich sagt er es jeder ängstlichen Surfer Girl Anwärterin. Ich fühle mich trotzdem ganz individuell angesprochen. Ich denke zu viel an den Schmerz durch meine Brettknutsch-Erfahrung am ersten Tag und unweigerlich spielt mein Kopf alle Szenarien durch, was es für die Zukunft für mich (und nahezu die gesamte Menschheit) bedeutet, wenn ich die Erfahrung so oder sogar schlimmer noch einmal machen muss. Total bescheuert. Verpasse ich dadurch nicht vielleicht die perfekte Welle? Ja das tue ich und ich weiß es. Auch ohne Johnny. Aber ich denke mal wieder drüber nach. Was du ein Leben lang tust, legst du nicht nach 7 Tagen in Spanien ab. Auch wenn ich in Momenten am Meer meistens denke, dass ich alles schaffen kann und werde.

Was mich an Wassersport und das Leben am Wasser schon immer begeistert ist die Perspektive auf die Dinge. Zum Beispiel wird ein strahlender Sonnenschein zur Wetternebensache, wenn wir mit Brettern im Schlepptau am Strand stehen und auf Wellen warten. Hier lehrt dich aber auch die Natur, dass du nie wirklich planen kannst. Zumindest nicht am Atlantik. Und wenn eben keine Wellen da sind, hau dich in die Sonne und genieß die Auszeit. Schließlich ist Urlaub und in Deutschland beschweren sich alle über die Rückkehr des Winters. Wenn hingegen Regen aufzieht, heißt das nicht, dass du nicht Surfen kannst. Nur weil im Film und bei Instgram alle immer nur bei strahlendem Sonnenschein surfen, heißt es nicht, dass es bei anderen Bedingungen nicht auch wunderschön sein kann. Und trotzdem freuen sich alle, wenn sich die Sonne zeigt. Man muss die Dinge einfach annehmen, wie sie sind. Nach jedem Sturm, kehrt Ruhe ein. Nach jeder Flaute kommt irgendwann auch wieder Wind, Welle oder was auch immer gerade fehlte. Viele Kalendersprüche passen hier einfach und sie verlieren erst an Kitschwert, wenn du sie erlebst.

Neben Surfen ging es auf dieser Reise auch um Yoga. Klar, wenn man eine Surf- und Yoga-Reise bucht. Der Yogastil war ganz anders als ich es unterrichte und auch sonst für mich praktiziere. Und es war auch anders, als ich es mir nach der Beschreibung vorgestellt hatte. Anderen Teilnehmerinnen ging es ähnlich. Und hier merkte ich, wie weit ich schon gewachsen bin. Hätte ich mich vor Jahren noch aufgeregt, ließ ich hier los und ließ mich komplett auf das Neue und Andere ein. Es war großartig und es waren wunderschöne Yogastunden. Ich stelle fest, dass ich auf meinem Yogaweg schon sehr weit gekommen bin. Für mich. Ohne wilde Instgram-Yoga-Posen in heißen Outfits.

Am Ender meiner Surf- und Yoga-Reise bin ich kein (viel) besserer Mensch, sicherlich kein Super Surfer Girl, aber habe immer noch Lust auf so viel meer …

Bis es wieder ans Meer geht, vergnüge ich mich erst einmal an unseren Seen. Wellenreiten finde ich immer noch verdammt cool, aber Wassersport mit Wind oder ohne Wasse finde ich irgendwie passender für mich. Irgendwie ist hier alles mehr im Flow. Oder ich habe das mit dem Wellenreiten noch nicht kapiert. Nach einer Woche wäre das auch nicht schlimm. Der nächste Surf-Urlaub ist schon in Planung. Und bis dahin warte ich nicht, bis der Ausflugsdampfer auf dem Markkleeberger See genug Wellen zum Wellenreiten verursacht und freue mich auf SUP Yoga und all die anderen Wassersportmöglichkeiten, die wir hier in und um Leipzig haben. Und bis es am und im Wasser zu warm genug ist, bleibe ich beim Surf Yoga auf meinem Yogaboard ohne Wind und mit kontrollierten Wellen …

Aloha und Namasté